Rajika Bhandari, Deputy Vice President for Research and Evaluation, Institute of International Education, New York, zu den Gründen, warum Asien die nächste Higher-Education Superpower sein wird.
Mit-Herausgeberin Alessia Lefébure, Direktorin des Alliance Programms und Adjunct Professorin an der Columbia Universität, New York, ergänzt: „In den USA und auch im Vereinigten Königreich sowie in Deutschland werden unter anderem durch finanzielle Hürden zu viele junge Menschen von einer Universitäts-Ausbildung abgehalten – dagegen herrscht in Asien größter Optimismus vor. In Higher Education wird massiv investiert, darin wird die Zukunft gesehen.“
Differenzierter Blick – noch kein asiatisches Gesamtsystem
Die asiatische Region verlangt nach Einschätzung der Autoren einen differenzierten Blich. Es gebe derzeit noch kein „asiatisches Higher-Education-System“. Zahlreiche lokal-nationale Konzepte ergänzten sich. Entwicklungsschritte, die im Westen über Dekaden genommen werden konnten, vollzögen sich in den meisten asiatischen Ländern in nur 20 Jahren. Aktuelle Hochschul-Rankings bezögen zudem die Herausforderungen, denen asiatische Länder gegenüberstehen, nicht in ausreichendem Maße ein.
So sieht Lefébure, die umfassende China-Erfahrung hat und die Entwicklungen im Raum Asien-Pazifik überblickt, vier Kernpunkte, die in die Dynamik begründeten: kontinuierlicher wirtschaftlicher Aufschwung, eine wachsende Mittelschicht, einem daraus steigenden Bedürfnis nach höheren Bildungsabschlüssen und einem gleichzeitig nationalen und globalen Wettbewerb, unter dem die Regierungen stünden. Insgesamt führe dies dazu, dass Entwicklung zu mehr Lehr- und Forschungsinvestitionen stark öffentlich getrieben sei. „Regierungen verantworten diese Investitionen, die auch zu mehr wirtschaftlichen Innovationen führen sollen.“